Über 50 Holzbau- und Verbindungstechnik-Experten aus 14 Ländern nahmen von 26. bis 29. März an den 1. Internationalen Sherpa Connecting Days in Graz teil. Neben aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Technik und Forschung sowie Markttendenzen stand der internationale Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt. Denn eines gilt als sicher: Der Holzbau kann sich nur weiterentwickeln, wenn die Standardisierung und damit seine Wettbewerbsfähigkeit steigen.
Vier Tage, 13 Nationen, ein Ziel: die Wettbewerbsfähigkeit im konstruktiven Holzbau gegenüber alternativen Baumaterialien zu erhöhen. Das hat sich Sherpa Connecting Systems, Frohnleiten, auf die Fahnen geheftet und Ende März in Graz zu den 1. Internationalen Sherpa Connecting Days geladen.
Stand der Technik
Der erste Tag des Expertenmeetings fand in den Labors der Holzbau Forschungs GmbH der TU Graz statt. Das Team um Institutsleiter Univ.-Prof. DI Dr. Gerhard Schickhofer präsentierte Forschungsergebnisse rund um die Verschraubung im Holzbau. „Gerade im Bereich der Versagensmodi von Schraubengruppen und deren Parameter werden die Forschungsaktivitäten intensiviert“, erläuterte etwa DI Ursula Mahlknecht von der Holzbau Forschungs GmbH in ihrer Präsentation. DI Manfred Augustin, ebenfalls Dozent am Grazer Institut, präsentierte die Entwicklungsschritte und Testabfolge vom Prototyp bis zur Marktreife der nach eigenem Bekunden derzeit führenden Verbindungstechnik Sherpa hinsichtlich Standardisierung und Anwenderfreundlichkeit.
Auf dem Prüfstand
Als Highlight des ersten Tages galt für viele Experten die Livepräsentation eines Sherpa-Tests an der Prüfmaschine, wo ein Modell der neuen Verbinderserie L80 (80 kN charakteristische Traglast) bis zum Versagen (bei 160 kN) geprüft wurde. „Man hat hier gesehen, dass die Schwachstelle nicht das Verbindungsmittel, sondern das Holz ist“, wurde bei der Prüfung veranschaulicht. Tatsächlich wurde vorgeführt, wie eine standardisierte Sherpa- Verbindung im Extremfall reagiert: Die Duktilität des Verbindungsmittels garantiert ein langsames und kalkulierbares Versagen.
Erdbebensicher und anwenderfreundlich
Zu den Themen Erdbebensicherheit und Anwendungsmöglichkeiten der Sherpa-Verbinder referierte DI Maik Gehloff, University of British Columbia (UBC), Vancouver. Das neue Konzept hinsichtlich des optimierten Verhaltens von Sherpa wird an der UBC erarbeitet und in Kürze zur Marktreife gebracht. DI Josef Kowal von Sherpa berichtete in seinem Vortrag über die Anwenderfreundlichkeit der Verbinder und Referenzprojekte. Danach stand er den Teilnehmern zu Ausführungsdetails und Herausforderungen Rede und Antwort.
Internationales Wissen
Einen Einblick in die Herausforderungen des konstruktiven Holzbaus in Nordamerika gab Geschäftsführer und Pionier Gary Williams, TimberSystems, Markham/CA, der über bürokratische Stolpersteine anhand beeindruckender Referenzprojekte berichtete. Dass der konstruktive Holzbau in vielen Ländern noch zulegen werde, bestätigte Martin Langen, Geschäftsführer von B+L Marktdaten, Bonn/ DE. Erfrischende Strategien und Sichtweisen auf Vertrieb und Marketing wurden von Andrew Gallacher, Gallacher Consulting, und Sherpa-Vertriebsleiter Mag. (FH) Hubert Burböck aufgezeigt und von Geschäftsführer und Sherpa-Gründer Vinzenz Harrer gefestigt. „Der Erfolg gibt uns Recht – standardisierte Holzbaukonzepte werden die Branche in die Zukunft begleiten und uns gemeinsam die notwendige Schlagkraft in der Weiterentwicklung im konstruktiven Holzbau geben“, war Burböck überzeugt.
Die Wachstumszahlen bei Sherpa bestätigen seinen Erfolg: Sherpa-Geschäftsführer und –Gründer Vinzenz Harrer

Auf dem Prüfstand: Der Praxistest veranschaulichte eindrucksvoll das Verhalten der Sherpa-Verbindung