Fast Forward 4 you - ist die Holzlogistik 2012 auf Schiene?
Christoph Fälbl macht es aktuell in diversen TV-Spots vor – das Raunzen über die Bahn. Wie sieht die Bahnsituation beim Holztransport aus – gibt es Grund zur Beschwerde? Was sind wirklich die Tücken des Bahnverkehrs, wie steht es um die Holzverladung und was bringt die Zukunft?
Diesen Fragen stellten sich Experten der Universität für Bodenkultur, der Papierholz Austria und der Rail Cargo Austria. Gestartet wurde mit einem Lokalaugenschein beim Holzwerk Kern. Maria und Alois Kern führten die über 40 Interessierte Teilnehmer durch ihr Werk in Pinggau, erklärten die Produktionsschritte und die Vorteile des betriebseigenen Bahnanschlusses, der von der Schließung bedroht ist.
Nach dem Rundgang durch das Holzwerk Kern, lieferte Univ.-Prof. Dr. Manfred Gronalt, Universität für Bodenkultur und Partner im Projekt Holzterminal eine Status -Analyse und erläuterte wie es um die Holzverladung steht und welche Risiken er sieht. Die Verladebahnhöfe werden immer öfter aufgelassen und Prof. Manfred Gronalt machte auf die Gefahr des „no return“ aufmerksam. Ist ein Bahnhof erst einmal vom Netz genommen, ist eine Rückführung quasi unmöglich. „Holz wächst trotzdem, egal ob es verladen werden kann oder nicht“, hält der international angesehene Logistikexperte abschließend fest und rät zu einer Strukturoptimierung.
Mögliche Szenarien für die zukünftige Holzlogistik wurden im Projekt Holzterminal erarbeitet. In dem von der Papierholz Austria initiierten Projekt wurden Verladestationen analysiert und ein Simulationsprogramm entwickelt. Die Projektpartner, darunter auch die Rail Cargo Austria, spielten einzelne Szenarien durch und konnten so Potenziale und Schwächen einzelner Verladestationen und des gesamten Logistikprozesses ausmachen. Der Holzcluster Steiermark managte das Projekt und DI (FH) Erhard Pretterhofer stellte die Ergebnisse der Simulationen beim Fast Forward for you vor. „Wir möchten neue Ansätze fördern, aufzeigen und mittragen, darum haben wir uns auch in das Projekt Holzterminal eingebracht“, betont Pretterhofer und fügt hinzu „Mit dem Projekt Holzterminal ist es gemeinsam mit Forschung, Industrie und Logistikanbietern gelungen, ein neues Logistikkonzept zur Versorgung der holzbasierten Industrie zu entwickeln und zu testen.“ Eines der möglichen Szenarien ist ein Shuttlezug-Variante in einem „geschlossenem System“ – eine abgewandelte Form des Ganzzugkonzeptes als Alternative zum aktuellen Einzelwagenverkehr.
Die Projektpartner Mag. Peter Seebacher von der Papierholz Austria, Gerhard Pölzl von der Rail Cargo Austria sowie der von einer drohenden Gleisschließung betroffene Säger Alois Kern diskutierten im Anschluss über die Zukunft der Holzlogisitk und beatworteten die Fragen des Publikums.
Zusammenfassen kann gesagt werden, dass die Holzindustrie und Bahnbetreiber sich auf einem guten Weg befinden. Es wird in die richtige Richtung gesteuert so der Tenor und gemeinsam kann die Bahnlogistik für alle Partner optimiert werden.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der SFG.


