Die Zahlen sprechen für sich: 41 Waldbesitzer:innen reichten insgesamt 104 Maßnahmen ein – ein klares Zeichen für das Interesse von Kleinwaldbesitzer:innen an neuen Anreizsystemen. Fünf Bewerber:innen erhielten vorbehaltlich den Zuschlag, zwei davon nahmen am Workshop teil und gaben persönliche Einblicke in ihre Motivation. Die Rückwärtsauktion wurde als transparentes, freiwilliges und glaubwürdiges Modell wahrgenommen – insbesondere von jenen, die bereits nachhaltig wirtschaften.
Hohe Beteiligung, starkes Signal

Wissenschaftlich fundiert, praxisnah umgesetzt
Die Projektpräsentation übernahm Kilian Silberschneider vom Holzcluster Steiermark. Ergänzt wurde sie durch wissenschaftliche Perspektiven von Tobias Stern und Victoria Yavorskaya (Universität Graz), die auch die Diskussion begleiteten. Der Waldverband Steiermark, künftig für die Vertragsabwicklung zuständig, brachte wertvolle Erfahrungen aus der Praxis ein. Vertragsinhalte und Umsetzungsmodalitäten wurden offen diskutiert und sollen im August finalisiert werden.
Herausforderungen als Entwicklungschance
Neben der positiven Resonanz wurden auch zentrale Herausforderungen thematisiert: Unsicherheiten im Zusammenspiel mit bestehenden Förderinstrumenten, die Abgrenzung öffentlicher und privater Mittel sowie unterschiedliche Präferenzen bei der Vertragslaufzeit. Während größere Betriebe längere Bindungen bevorzugen, sind für Kleinwaldbesitzer:innen kürzere Zeiträume praktikabler. Diese Differenzierung wird als Chance gesehen, das Modell flexibel weiterzuentwickeln.


Ein skalierbares Modell mit Strahlkraft
Die Rückwärtsauktion zeigt, wie symbolische Zahlungen in Verbindung mit klaren Bedingungen und freiwilliger Teilnahme hohe Akzeptanz erzielen können. Das Modell – von den Teilnehmenden als niedrigschwellig, glaubwürdig und wirtschaftlich tragfähig bewertet – gilt als vielversprechender Ansatz zur Honorierung von Ökosystemleistungen und besitzt das Potenzial, über die Region hinaus Wirkung zu entfalten.

Living Lab als Innovationsmotor
Das steirische Living Lab hat sich als zentraler Ort für zukunftsorientierte Waldbewirtschaftung etabliert. Der Workshop bestätigte das Potenzial der Rückwärtsauktion als praxistaugliches Instrument mit wirtschaftlicher Relevanz. Die nächsten Schritte – Vertragsabschlüsse und vertiefte Auswertung – sind bereits in Planung. Forest EcoValue liefert damit nicht nur Impulse für die Forstwirtschaft, sondern auch für eine nachhaltige Regionalentwicklung im Alpenraum.
Forest EcoValue Living Lab Steiermark powered by Raiffeisen-Landesbank Steiermark

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