Holzcluster Steiermark > Aktuelles > News > ForForestInnovation Backcasting Workshop

Zukunft der steirischen Forst- und Holzindustrie:

Stakeholder reisen ins Jahr 2055
Menschen in einem Saal
Forst
Gewerbe
Industrie
Branchenübergreifend
Im Rahmen des Waldfonds Projektes ForForestInnovation wurde ein interaktiver Workshop mit bedeutenden Stakeholdern aus den Sparten Forst und primäre Holzverarbeitung durchgeführt. Ziel war es, gemeinsam mit Expertinnen und Experten entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Waldbewirtschaftung über die Holzindustrie bis hin zu Forschung und Bildung – mögliche Zukunftsszenarien für die steirische Forst- und Holzwirtschaft zu entwickeln.

Hintergrund des Workshops sind die Ergebnisse der Marktsimulation aus ForForestInnovation in welchem in Zusammenarbeit mit der Uni Graz die aktuellen Waldentwicklungsdaten des BFW in das dynamische Marktmodell FOHOW eingearbeitet wurden. Diese zeigt eine absehbare Verknappung von Nadelrundholz – Dr. Tobias Stern spricht in dem Zusammenhang von einem „Peak Spruce“ Szenario: Wir beobachten eine Überalterung der Waldbestände im kaum betriebswirtschaftlich geführtem Kleinwaldbesitz mit einhergehendem Zuwachsverlust. Gleichzeitig ist die Nachfrage der Industrie stetig gestiegen. Diese Entwicklung wird durch größere Schadereignisse immer wieder überdeckt. Nun zeigt sich, dass das Angebot an Nadelholz mit der Nachfrage künftig nicht mehr ohne weiteres mithalten kann. Während der Waldumbau hin zu mehr Laubholz nur langsam voranschreitet, könnte „Peak Spruce“ deutlich früher eintreten.

Mit einem Backcasting-Ansatz blickten die Teilnehmenden gemeinsam in das Jahr 2055 und überlegten rückwirkend, welche politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und technologischen Schritte notwendig sind, um dieses Zukunftsbild zu erreichen.

Dabei standen drei Szenarien im Mittelpunkt:

  • Mobilisierung – stärkere und effizientere Nutzung der vorhandenen Nadelholzressourcen
  • Deindustrialisierung – Rückzug aus der klassischen holzwirtschaftlichen Bewirtschaftung der Wälder und stärkere Fokussierung auf Ökosystemleistungen
  • Technologiegetriebene Innovation – neue Wertschöpfung durch digitale Lösungen und innovative Entwicklungen sowie stoffliche Laubholzverarbeitung
Sprecher hinter Stehtisch

Innovation, Kooperation und neue Technologien sind entscheidend, um künftig nachhaltige und wirtschaftlich starke Wälder sicherzustellen. Gleichzeitig müssen kleine Waldbesitzer stärker unterstützt und mobilisiert werden, damit das vorhandene Holzpotenzial auch tatsächlich genutzt werden kann.

In einer abschließenden Abstimmung hielten die Teilnehmenden die technologiegetriebene Innovation sowie die Mobilisierung der Fichtenbestände für am wahrscheinlichsten. Das Szenario einer Deindustrialisierung wurde als Bedrohungsszenario gesehen und als weniger realistisch eingestuft, wobei die überbordenden bürokratischen Anforderungen an den Waldbesitz das Szenario befeuern.

Der Workshop lieferte wertvolle Impulse für die weitere Arbeit im Projekt ForForestInnovation. Die Ergebnisse fließen nun in die Weiterentwicklung der Szenarien ein und unterstützen die Gestaltung einer zukunftsfähigen und resilienten Holzwirtschaft in der Steiermark.

Sie wollen weitere Informationen?
Melden Sie sich bei uns!

Mst. Mag. Alexander Pinter
Geschäftsführung


M: +43 664 963 25 50
E: pinter@holzcluster-steiermark.at