Holzbauten werden größer, technisch anspruchsvoller und zunehmend international umgesetzt. Gleichzeitig bleiben manche Risiken lange unsichtbar. Feuchtigkeit kann während des Transports, der Lagerung oder der Bauphase in Bauteile gelangen. Auch undichte Anschlüsse, beschädigte Abdichtungen oder Kondensation innerhalb einer Konstruktion werden häufig erst erkannt, wenn bereits Schäden entstanden sind.
Genau hier setzt Senzomatic an. Das europäische Technologieunternehmen hat ein Monitoring-System entwickelt, das den Zustand von Holz- und Hybridkonstruktionen kontinuierlich erfasst. Senzomatic ist als Spin-off der Technischen Universität Prag entstanden und verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse zur Dauerhaftigkeit von Holzkonstruktionen mit einer digitalen Lösung für die Baupraxis.
Zum Einsatz kommen kabelgebundene oder drahtlose Sensoren, die an beziehungsweise in relevanten Bauteilen installiert werden. Sie messen unter anderem Holzfeuchte, Temperatur, Verformungen, Vibrationen und das strukturelle Verhalten. Dadurch lässt sich die Entwicklung einer Konstruktion vom Transport und der Lagerung über die Bauphase bis zur späteren Nutzung beobachten.
Messwerte allein reichen nicht aus
Der Nutzen liegt jedoch nicht nur in der Erfassung von Daten. Ein einzelner Messwert sagt wenig darüber aus, ob tatsächlich Handlungsbedarf besteht. Kurzfristig erhöhte Feuchte kann beispielsweise durch eine vorübergehende Wetterbelastung während der Montage entstehen und anschließend wieder absinken. Bleiben die Werte erhöht oder steigen weiter an, kann dies dagegen auf einen Wassereintritt oder eine Schwachstelle hinweisen.
Die Software von Senzomatic betrachtet deshalb neben Grenzwerten auch die zeitliche Entwicklung der Messdaten. Algorithmen bewerten, ob sich ein Zustand verbessert, stabilisiert oder verschlechtert. So sollen vorübergehende Schwankungen von Entwicklungen unterschieden werden, die eine fachliche Prüfung oder ein rasches Eingreifen erfordern.
Ergänzung zu Planung und Bauaufsicht
Kontinuierliches Monitoring ersetzt weder fachgerechte Planung und Ausführung noch regelmäßige Baustellenkontrollen. Es ergänzt diese Instrumente jedoch um die Beobachtung zwischen einzelnen Besichtigungen und kann auch Entwicklungen innerhalb bereits geschlossener Bauteile dokumentieren. Das ist besonders bei größeren Holzbauprojekten, Schulen, öffentlichen Gebäuden oder mehrgeschossigen Wohnbauten relevant.
Die durchgängige Dokumentation bietet zudem eine nachvollziehbare Grundlage für Entscheidungen während des Projekts und im späteren Gebäudebetrieb. Bei Fragen zu Gewährleistung, Instandhaltung oder Verantwortlichkeiten stehen belastbare Zeitreihen zur Verfügung, statt sich im Nachhinein ausschließlich auf Erinnerungen, Einzelmessungen oder punktuelle Prüfberichte verlassen zu müssen.
Monitoring aus der Forschung in die Praxis gebracht
Senzomatic setzt seine Technologie nach eigenen Angaben bereits in mehr als 1.200 Gebäuden in Europa, Nordamerika und Japan ein. Mehr als 16.000 aktive Sensoren haben über 35 Milliarden Datenpunkte erfasst. Zu den überwachten Projekten zählt auch der tschechische Pavillon der Expo 2025 in Osaka.
Senzomatic auf der Internationalen Holzmesse Klagenfurt
Auf der Internationalen Holzmesse Klagenfurt präsentiert Senzomatic seine Monitoring-Lösung und zeigt mögliche Anwendungen in der Praxis. Interessierte können sich dort über die Technologie und bestehende Referenzprojekte informieren. Weitere Informationen und Kontakt: info@senzomatic.com.


