
Mein Name ist Thomas Stenitzer und schreibe hier über die Twin Transition in der Holzbranche — Digitalisierung und Nachhaltigkeit gemeinsam gedacht. Ich bin im Holzcluster Steiermark für das Förderprojekt Spitzen!Leistung Holz 4.0 zuständig.

Mein Name ist Thomas Stenitzer und schreibe hier über die Twin Transition in der Holzbranche — Digitalisierung und Nachhaltigkeit gemeinsam gedacht. Ich bin im Holzcluster Steiermark für das Förderprojekt Spitzen!Leistung Holz 4.0 zuständig.
Manche Sätze hört man auf einer Messe einmal, nickt kurz und geht weiter. Andere begegnen einem so oft, dass man irgendwann genauer hinhört.
„KI wird einfacher, günstiger und niederschwelliger.“
So oder so ähnlich ist mir dieser Satz in Klagenfurt gleich dreimal begegnet. An unterschiedlichen Ständen, von unterschiedlichen Menschen und in unterschiedlichen Zusammenhängen. Als Projektmanager im Holzcluster werde ich bei solchen Aussagen naturgemäß ein bisschen hellhörig. Nicht, weil „KI“ draufsteht. Davon hören wir momentan ohnehin genug. Sondern weil mich eine andere Frage interessiert:
Was bedeutet das ganz konkret für die Betriebe unserer Branche?
Und genau darauf gab es erstaunlich praktische Antworten.
Das Spannende daran: Für meine drei Beispiele musste ich nicht einmal lange suchen. Sie kommen aus völlig unterschiedlichen Bereichen der Wertschöpfungskette Holz.
Forst – RevoWood
erfasst mithilfe modernster Drohnentechnologie große Waldflächen präzise und effizient. Die Daten helfen bei Waldinventuren, Seillinienplanung und nachhaltiger Forstwirtschaft.
Sägeindustrie – Coiss
erfasst mithilfe von Kamera- und Sensortechnologie präzise Fertigungsdaten direkt an der Maschine. Die Daten helfen bei Maschinenmonitoring, Produktionsplanung und effizienter Fertigung in Sägewerken.
Holzbau – Dietrich’s
bringt künftig KI-Unterstützung direkt ins Programm — vom D-Bot bis zur D-AI Visualisierung. Das erleichtert Holzbau-Betrieben die Planung und Konstruktion ihrer Projekte spürbar.
Drei zufällig ausgewählte Betriebe, drei völlig unterschiedliche Stufen der Kette – und bei allen dreien war KI kein Buzzword auf der Standwand, sondern ein Werkzeug, das im Alltag läuft. Genau das meine ich mit „niederschwellig“: Es geht nicht mehr darum, ob KI zur eigenen Stufe der Wertschöpfungskette passt. Sie ist an jeder Stufe schon angekommen.
In Gesprächen mit Betrieben begegnet uns beim Thema KI verständlicherweise immer wieder eine gewisse Skepsis.
Brauchen wir das überhaupt? Ist das nicht etwas für große Unternehmen? Braucht man dafür nicht eine eigene IT-Abteilung? Und was kostet das Ganze? Das sind berechtigte Fragen.
Gleichzeitig zeigen die Anwendungen, die derzeit entstehen, dass sich die Rahmenbedingungen ziemlich schnell verändern. Was vor wenigen Jahren noch ein eigenes Entwicklungsprojekt gewesen wäre, wird zunehmend Bestandteil fertiger Lösungen. Die Technologie rückt damit näher an jene Unternehmen heran, die weder ein Data-Science-Team noch eine eigene Entwicklungsabteilung beschäftigen. Und damit verschiebt sich aus meiner Sicht auch die entscheidende Frage.
Nicht: „Was könnten wir mit KI machen?“ Sondern: „Wo haben wir in unserem Betrieb eine Aufgabe oder ein Problem, bei dem uns KI tatsächlich helfen könnte?“
Das klingt nach einem kleinen Unterschied. Ist aber ein ziemlich großer. Denn damit beginnen wir nicht bei der Technologie, sondern beim Betrieb.
Als Holzcluster müssen wir nicht jedem Unternehmen erklären, dass es jetzt unbedingt „etwas mit KI“ machen sollte. Das wäre vermutlich der schnellste Weg, das Thema für viele Betriebe uninteressant zu machen. Unsere Aufgabe sehe ich vielmehr darin, Entwicklungen früh aufzugreifen, gute Beispiele sichtbar zu machen und Unternehmen miteinander zu vernetzen.
Was funktioniert bereits? Wo gibt es Erfahrungen? Welche Lösungen sind für kleinere und mittlere Betriebe interessant? Wo lohnt es sich, genauer hinzuschauen – und wo vielleicht auch nicht? Und vor allem: Wie bringen wir jene zusammen, die eine Herausforderung haben, mit jenen, die dafür möglicherweise bereits eine Lösung entwickelt haben?
Genau deshalb sind solche Messegespräche für mich wertvoll. Nicht wegen des nächsten großen Trends. Sondern wegen der kleinen Sätze zwischen zwei Messeständen, bei denen man plötzlich merkt: Da bewegt sich gerade etwas.
Nach den Gesprächen würde ich drei Dinge mitnehmen:
Erstens: KI ist in der Holzbranche nicht mehr nur Zukunftsthema. Entlang der Wertschöpfungskette gibt es bereits sehr konkrete Anwendungen.
Zweitens: Die Einstiegshürden sinken. Lösungen werden einfacher zugänglich und damit auch für kleinere und mittlere Unternehmen interessanter.
Und drittens: Wir müssen vermutlich nicht zuerst darüber nachdenken, wie wir KI in unsere Betriebe bekommen.
Wir sollten zuerst hinschauen, wo es hakt. Wo Zeit verloren geht. Wo Wissen fehlt. Wo Entscheidungen schwierig sind. Wo Prozesse unnötig aufwendig werden. Und dann fragen: Gibt es dafür inzwischen eine Lösung?
Nach drei Standln in Klagenfurt würde ich sagen: Immer öfter lautet die Antwort darauf: Ja.
Wer jetzt nicht bis zur nächsten Messe warten möchte, bekommt schon bald Gelegenheit dazu. Die österreichischen Holz-Clusterorganisationen starten im Oktober die Webinarreihe „KI in der Holzbranche„.
Alle zwei Wochen, jeweils mittwochs von 10:30 bis 11:30 Uhr, nehmen wir uns eine andere Stufe der Wertschöpfungskette vor: Forst, Sägeindustrie, Tischlerei, Holzbau und Planung.
Dabei soll es ganz bewusst nicht um KI-Theorie gehen. Wir wollen Anwendungen zeigen, Unternehmen zu Wort kommen lassen und darüber sprechen, was heute bereits funktioniert.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Diese Veranstaltung wir im Rahmen des Projektes „Spitzen!Leistung Holz 4.0“ von Holzcluster Steiermark GmbH veranstaltet und aus Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.


Mit der Webinarreihe „KI in der Holzbranche“ laden die österreichischen Holzclusterorganisationen gemeinsam dazu ein, das Potenzial von Künstlicher Intelligenz für die Branche kennenzulernen. In kompakten, einstündigen Online-Impulsen erhalten Sie einen praxisnahen Einblick in aktuelle Entwicklungen, innovative Anwendungen und erfolgreiche Praxisbeispiele – zugeschnitten auf die Holzbranche.
Hier finden Sie den Überblick über alle geplanten Webinare:
KI in der Holzbranche: Webinarreihe der Holzcluster Steiermark GmbH
Das Auftaktwebinar mit Inhalt und Anmeldemöglichkeit:
1. Webinar – KI in der Holzbranche
M: +43 664 963 25 48
E: stenitzer@holzcluster-steiermark.at
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