Am 7. Mai 2026 luden BioBASE, das Ökosoziale Forum und der Holzcluster Steiermark im Rahmen von Bioeconomy Austria zum Workshop „MehrWert aus Nebenprodukten“ nach Graz. Im Zuge des Circular Economy Summits Austria diskutierten 23 Vertreter:innen aus Land- und Forstwirtschaft, Forschung, Wirtschaft und Verwaltung über das Potenzial von Waldhackgut, Maisstroh und Maisspindeln.
Im Zentrum stand eine klare Frage: Wie können Roh- und Reststoffe künftig höherwertig genutzt werden, bevor sie energetisch verwertet werden? Die Teilnehmenden analysierten den aktuellen Stand, entwickelten Zukunftsbilder und leiteten konkrete Herausforderungen für eine kaskadische Nutzung ab.
Bei Maisreststoffen wurde großes Potenzial für stoffliche Anwendungen gesehen, etwa für Lignin, Cellulose, chemische Anwendungen oder Torfersatzprodukte. Gleichzeitig braucht es dafür neue Erntetechnik, tragfähige Verwertungspfade, Pilotprojekte und eine bessere Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette.
Auch Waldhackgut kann einen wichtigen Beitrag zur regionalen Bioökonomie leisten. Eine höherwertige Nutzung ist jedoch nur realistisch, wenn Logistik, Rohstoffqualität, Nährstoffkreisläufe und Wirtschaftlichkeit zusammen gedacht werden. Diskutiert wurden unter anderem Bioraffinerie-Ansätze, Biokohle, CO₂-Bindung und kombinierte Nutzungspfade.
Das Fazit des Workshops: Es fehlt weniger am Wissen über Biomassepotenziale, sondern vor allem an Umsetzung, Koordination und wirtschaftlich tragfähigen Modellen. Gefragt sind Pilotprojekte, klare Rahmenbedingungen und Strukturen, die Produzent:innen, Forschung und Anwender:innen besser zusammenbringen. Die Ergebnisse werden in den kommenden Monaten im Rahmen von Bioeconomy Austria weiterentwickelt. Ein zweiter Workshop ist im Herbst in Salzburg geplant.


