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MM-CEO Stralz: Jetzt passte alles ...

Mayr-Melnhof Holz-CEO im Holzkurier-Interview zu den Gründen für die Übernahme von Bergkvist Siljan
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„Diesmal hat wirklich alles für uns gepasst! Wir bekommen für unser Geld genau das, was wir haben wollten“, eröffnet Richard Stralz, CEO Mayr-Melnhof Holz, das Holzkurier-Exklusivinterview am Tag nach der Unterschrift am 17. Dezember. Bergkvist Siljan wird nach dem Closing im 1. Quartal 2022 Teil der Mayr-Melnhof Holz-Gruppe.

Ein Artikel von Gerd Ebner, Holzkurier

Zum Nachsehen

Richard Stralz im Interview

holzkurier.tv hatte Gelegenheit, mit Richard Stralz, dem CEO von Mayr-Melnhof Holz, zu sprechen.

 

Obere Sägewerksliga in Schweden

Das schwedische Unternehmen entstand aus zwei Familiendynastien, die teilweise seit über 100 Jahren sägen. Die Schweden nehmen für sich in Anspruch, die „niedrigsten Produktionskosten zu haben“. Dem stimmt Stralz zu. „Das sind drei gute Sägewerke mit Tradition. Bis auf ein kurzes Intermezzo in den vergangenen drei Jahren waren die Unternehmen immer eigentümergeführt. Ich möchte auch betonen, dass die Familie Bergkvist noch Anteile hat und mit an Bord bleibt.“

Insider schätzen die Kosten für die Übernahme auf 200 bis 250 Mio. €. Mehrere mitteleuropäische Unternehmen und zumindest eine kanadische Sägewerksgruppe boten mit. Dazu wiederholt Stralz den Text der Pressemitteilung: „Über den Kaufpreis wurde striktes Stillschweigen vereinbart.“

Mit Rotholz nun auf Exportmärkte

Stralz weiß, dass Bergkvist Siljan einerseits den schwedischen Heimmarkt ordentlich bedient hat. Den wahren Benefit für Mayr-Melnhof Holz erkennt er aber im Export. „Dort haben wir viel Synergiepotenzial. Einerseits darin, dass die gesamte Gruppe in Skandinavien aktiver wird. Unser russischer Standort ist ja nicht weit entfernt. Und andererseits liegt das Potenzial in den Märkten, die Bergkvist Siljan im Export bedient – also Ostasien, Westeuropa und Nordafrika.“ Dort sei Mayr-Melnhof Holz zwar auch tätig, aber „mit Komplementärprodukten. Wir haben ja einen sehr geringen Kieferanteil.“

Bald Pelletsproduktion?

Eine der ersten Aktivitäten der Steirer in Schweden wird wohl in der Verwertung der Sägenebenprodukte liegen. „Diese werden derzeit nur verkauft oder verbrannt. Eine Pelletsproduktion wäre etwa eine erste gute Ergänzung“, gibt Stralz vor.

An den neuen Standorten gibt es laut dem MM-CEO „viel Platz für Erweiterungen“. An eine Brettsperrholz-Produktion denkt er aber noch nicht. „Damit ist Skandinavien mittlerweile gut versorgt. Außerdem bauen wir in Leoben groß aus – mit dieser Kapazität könnte man auch den Norden bedienen.“

Bester Rohstoff plus Containerterminal

Die Bergkvist Siljan-Standorte liegen in einem der besten Wuchsgebiete Schwedens. Stralz: „Wir bekommen Topqualität. Der Rohstoff ist durchaus mit dem aus Russland vergleichbar. Es ist von Vorteil, dass der Media über dem in Efimovskij ist. Das Holz ist sehr feinjährig.“

Part of the deal ist ein Containerterminal in Insjön. 40.000 TEU/J können von dort per Ganzzug direkt in den Hafen von Göteborg transportiert werden. „Das ist ein extremer Wettbewerbsvorteil“, verweist Stralz auf die Toplogistik.

Zukauf und Greenfield-Investitionen sind immer noch im Mayr-Melnhof Holz-Roadbook. Entsprechend sind auch die USA weiterhin ein Thema für Stralz. „Die USA haben wir immer am Schirm – einfach, weil das so ein bedeutender Markt ist. Wenn sich dort Möglichkeiten ergeben, werden wir diese prüfen. Das geht aber ohne Brechstange.“

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