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Twin Transition – von der Strategie zur Umsetzung

Weniger Folie, mehr Wirkung: Wie KMU die Twin Transition in die Umsetzung bringen
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Zwischen Strategiepapier und echter Umsetzung liegt oft mehr Folie als Fortschritt. Beim Transformation Business Talk am 27. August 2026 im Lendhafen Graz zeigten die steirischen Clusterorganisationen, wie kleine und mittlere Unternehmen die Twin Transition aus Digitalisierung und Nachhaltigkeit auch ohne Konzernbudget angehen – mit konkreten Praxisbeispielen, der Förderaktion Spitzen!Leistung und einer klaren Botschaft: Weniger reden, mehr tun.

Den Wandel gestalten

Gemeinsam mit dem ACstyria Mobilitätscluster, Silicon Alps Cluster, Human Technology StyriaICS Internationalisierungscenter und Green Tech Valley Cluster luden wir Unternehmer:innen aus allen Branchen ein, um Einblicke in die Twin Transition zu erhalten.

Die Twin Transition verändert, wie Unternehmen Wert schöpfen und Ressourcen nutzen. Für KMU eröffnen sich dadurch reale Chancen – die Frage ist längst nicht mehr, ob man diesen Weg geht, sondern wie. Genau darum drehte sich der Transformation Business Talk, den der Holzcluster Steiermark in Kooperation mit dem ACstyria Mobilitätscluster, Human.technology Styria, dem Green Tech Valley und dem SILICON ALPS Cluster ausrichtete. Die Veranstaltung wird von der Europäischen Union kofinanziert.

Spitzen!Leistung: niederschwelliger Einstieg

Zum Auftakt stellten die Clusterorganisationen die Förderaktion Spitzen!Leistung vor. Gefördert werden externe Beratungsdienstleistungen für Produktionsbetriebe und unternehmensnahe Dienstleister mit Projektstandort in der Steiermark – in den Feldern Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Twin Transition. Bei 75 Prozent Förderung und einem maximalen Projektvolumen von rund 50.000 Euro verbleibt ein Selbstbehalt von 25 Prozent. Die gesamte Abwicklung – von Erstgespräch und Assessment über den Aktionsplan bis zum Förderantrag und der Beratung – übernimmt der Cluster.

Alexander Linhardt: Prävention statt Löscharbeit

Alexander Linhardt eröffnete den inhaltlichen Teil mit einem einprägsamen Bild: die Absurdität der Prävention. Ein Feuerwehrmann wirft brennendes Geld ins lodernde Haus, während der Feuerlöscher mit der Aufschrift „Prävention“ ungenutzt danebensteht. Vorsorge wirkt – wird aber selten belohnt. Ebenso pointiert die Lücke zwischen Attitude und Behaviour: Der Wille zum Wandel ist ein brüllender Löwe, das tatsächliche Verhalten oft eine schlafende Katze. Sein Fazit: Die Twin Transition ist kein Sprint, sondern ein Ultramarathon.

Simon Rauscher (aitark): Von Pflichtdaten zu besseren Produkten

Simon Rauscher von aitark zeigte, wie aus regulatorischer Pflicht ein Vorteil wird. Auf Unternehmen rollt eine Reihe von Anforderungen zu – von EUDR, CBAM und PPWR über ESPR und den Digitalen Produktpass (DPP) bis zu CSRD/VSME und CSDDD. Nicht jede Regulierung trifft jedes KMU direkt, doch Datenanforderungen kommen zunehmend über Kunden, Banken und Lieferketten. Sein Kernargument: Strategische Entscheidungen brauchen Daten – und wer eine gemeinsame Produkt- und Lifecycle-Datenbasis einmal aufbaut, kann sie mehrfach nutzen. Ändert sich eine Anforderung, übernimmt die KI den angepassten Output. So wird aus Pflichtdaten der Weg zu besseren Produkten.

Joachim Reitbauer: Roadmap to Zero aus der Praxis

Joachim Reitbauer brachte die Perspektive aus der konkreten Umsetzung ein. Sein 4-Säulen-Modell denkt Transformation ganzheitlich: von der Reduktion der CO₂- und weiteren THG-Emissionen über die betriebswirtschaftliche Darstellung (Opex und Capex) und die verfahrenstechnischen Rahmenbedingungen bis zu den menschlichen Hemmschwellen und der Veränderungsresistenz. Denn entscheidend bleibt: Wie nehmen wir die Menschen entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit? Anhand der Nachhaltigkeitsregulatorik – etwa EPBD und den OIB-Richtlinien 6 und 7 – und dem LCA-Ökobilanzmodell zeigte er, wie sich Betroffenheit in eine Roadmap übersetzen lässt. Sein Praxisbeispiel: eine „Roadmap to Zero“ für die Transportlogistik, die die schrittweise Umstellung auf HVO und den Wechsel von LKW auf Bahn modelliert – samt CO₂-Reduktion und begleitendem Kostenindex.

Start Walking

Die gemeinsame Botschaft des Vormittags: Transformation gelingt nicht durch immer neue Strategiepapiere, sondern durch den ersten konkreten Schritt. Weniger reden, mehr tun – und den Weg als das begreifen, was er ist: eine Langstrecke, die man am besten heute beginnt. Beim anschließenden Netzwerken blieb Raum für gute Kontakte und neue Ideen.

 

Für alle Fragen rund um Spitzen!Leistung und die Twin Transition stehen die Ansprechpartner:innen der Cluster zur Verfügung: Lena Sagaster (SILICON ALPS), Katharina Weinzerl (Human.technology Styria), David Kirchengast (Green Tech Valley), Thomas Stenitzer (Holzcluster Steiermark), Isabella Musger (ACstyria Mobilitätscluster) und Lisa-Maria Katholnig (ICS Internationalisierungscenter Steiermark).

Spitzen!Leistung Holz 4.0
Das Ziel von Spitzen!Leistung Holz 4.0 ist es insbesondere High-potential-Unternehmen zu fördern, bei denen Beratungsprojekte hohe Wirkungen erzielen können und ein positiver wirtschaftlicher Impact durch Veränderungen ihrer strategischen Ambitionen in Richtung Digitalisierung und/oder Nachhaltigkeit zu erwarten ist. Die Förderung steht sowohl KMUs als auch Großunternehmen mit Sitz oder Produktionsstandort in der Steiermark zur Verfügung, sofern die Regeln zur De-Minimis-Beihilfe erfüllt sind. Teilnehmende Unternehmen erhalten 75% der Kosten für externe Beratungsdienstleistungen gefördert, 25% müssen in Form von Eigenmitteln eingebracht werden.

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Thomas Stenitzer
Digitalisierung & Nachhaltigkeit


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