Holzcluster Steiermark > Aktuelles > News > Ein Datenfundament für jede Vorschrift – und jede Geschichte

Weniger Folie, mehr Wirkung

Wenn die Daten stimmen, wird aus jeder Pflicht eine Geschichte
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EPD, CSRD, EUDR - welche Vorschrift als Nächstes an Ihre Tür klopft, kann ich Ihnen nicht sagen. Für mich spielt das auch nur noch eine Nebenrolle. Wer ein solides Datenfundament hat, kann daraus machen, was gerade gebraucht wird - einen Nachweis, ein Verkaufsargument, oder eine Geschichte, die Kunden wirklich hören wollen.

Das Fundament zählt, nicht die einzelne Vorschrift

Ich beobachte in vielen Betrieben dieselbe Reaktion: Eine neue Vorgabe taucht auf – EPD, CSRD, EUDR, morgen vielleicht etwas ganz anderes -, und sofort beginnt die Suche nach einer Lösung genau für dieses eine Problem. Ich halte das für den falschen Reflex. Wer bei jeder neuen Vorschrift wieder bei null anfängt, arbeitet sich an Symptomen ab, nicht an der Ursache.

Die Ursache ist einfach: ein fehlendes Datenfundament. Rohstoffherkunft, Energieeinsatz, Transportwege, Ressourcenverbrauch – wer diese Größen laufend und sauber erfasst, hat die Basis für so ziemlich jede Anforderung, die als Nächstes kommt. Nicht, weil er sie kennt. Sondern weil es fast egal ist, welche es ist.

Egal, welche Vorschrift kommt

Das ist für mich der eigentliche Gewinn eines Datenfundaments: Sie werden unabhängig von der einzelnen Vorschrift.

  • Verlangt die EU-Bauproduktenverordnung (EU) 2024/3110 ab 2027 die Offenlegung der Klimawirkung Ihres Produkts? Die Daten liegen schon vor.
  • Fragt ein Kunde im Rahmen seiner CSRD-Berichtspflicht nach der CO2-Bilanz seiner Lieferkette? Sie liefern, ohne zu improvisieren.
  • Verlangt die nächste, heute noch unbekannte Vorgabe einen Herkunftsnachweis? Auch dafür haben Sie die Basis schon.

Ich sage bewusst nicht „dann müssen Sie nur noch nachschlagen“ – so einfach ist es selten. Aber der Unterschied zwischen einem Betrieb mit Datenfundament und einem ohne ist der Unterschied zwischen Anpassen und Neubauen. Das eine kostet Tage, das andere Monate.

Vom Fundament zur Geschichte

Der Teil, der in der Diskussion um Compliance meistens fehlt: Dieselben Daten, die Sie für einen Nachweis brauchen, sind auch der Rohstoff für Geschichten. Nicht im Sinn von Marketing-Floskeln, sondern echte, belegbare Geschichten – woher das Holz kommt, wer es verarbeitet hat, wie viel Energie und CO2 im Vergleich zu früher eingespart wurde.

Genau das fehlt vielen Betrieben heute: nicht die Fakten, sondern die Erzählung daraus. Ein Kunde kauft nicht „ein Produkt mit Global Warming Potential Kategorie b“. Er kauft die Geschichte eines Baums aus einem konkreten Wald, verarbeitet von einem konkreten Betrieb. Diese Geschichte lässt sich erzählen, sobald das Datenfundament steht – als Absatz auf der Website, als kurzes Video, als Post. 2026 ist genau dieses Format im Aufwind: kurze, wiederverwendbare Bewegtbild-Inhalte, die deutlich länger im Einsatz bleiben als klassische Imagefilme.

Für mich ist das die eigentliche Pointe: Ein Datenfundament macht Sie nicht nur compliance-fähig. Es macht Sie erzählfähig.

Der sofort umsetzbare Schritt

Suchen Sie sich eine Geschichte, die schon in Ihren Daten steckt – eine Herkunft, eine Einsparung, ein Prozessschritt, auf den Sie stolz sind. Sie brauchen dafür keine neue Kampagne. Schreiben Sie diese eine Geschichte diesen Monat auf, in drei bis fünf Sätzen. Das ist der erste Schritt vom Datenfundament zur Erzählung – und meist reicht er schon für einen LinkedIn-Post oder eine Kunden-E-Mail.

Was ich daraus mitnehme: Ich baue heute kein Fundament für die EPD, für die CSRD oder für irgendeine andere Vorschrift. Ich baue ein Fundament, das für alle drei reicht – und für die Geschichten, die noch niemand erzählt hat.

Wichtiger Hinweis: Die regulatorischen Fristen rund um EPD, CSRD und Bauproduktenverordnung verschieben sich erfahrungsgemäß. Vor jeder konkreten Umsetzungsentscheidung den aktuellen Stand prüfen (siehe Quellen, Stand August 2026).

EPD: Umweltproduktdeklarationen EPD – IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie

CSRD: CSRD und ESG-Berichte: Was Unternehmen wissen müssen – WKO

Bauproduktenverordnung: Bauprodukteverordnung und CE-Kennzeichnung – Österreichisches Institut für Bautechnik | OIB

Genau um diesen pragmatischen Einstieg – Daten sammeln, bevor man die perfekte Strategie hat – geht es auch beim Transformation Business Talk „Weniger Folie, mehr Wirkung“, zu dem ich Sie am 27. August 2026, 9:00–12:00 Uhr in den Lendhafen Graz einlade.

Kostenlos, im Anschluss Networking am Buffet.

Wir freuen uns, Sie bei unserer cluster- und branchenübergreifenden Transformation Business Talk begrüßen zu dürfen!

Dies ist eine Veranstaltung des Holzcluster Steiermark  in Kooperation mit dem Human.technology Styria, dem Green Tech Valley, dem AC Styria  und SILICON ALPS Clusters.

 

 

Die Vortragenden

Ing. Joachim Reitbauer, MBA (J Reitbauer GmbH) ist ein erfahrener Manager, Netzwerker und Unternehmensberater, der vor allem für seine jahrzehntelange Arbeit in der Holz- und Papierindustrie bekannt ist.

DI Simon Rauscher, MSc MSc (AITARK) ist Experte für Ökodesign, Nachhaltigkeitsmanagement und ein aufstrebender Green-Tech-Gründer. Seine Karriere verknüpft fundiertes Branchenwissen aus der Holz- und Umwelttechnik mit moderner Software-Innovation.

Alexander Linhardt ist Kommunikationsexperte, Certified Sustainability Consultant und etablierter Schauspieler. Er verknüpft fundiertes Praxiswissen im Nachhaltigkeitsmanagement mit jahrzehntelanger Medien- und Bühnenerfahrung, um komplexe ESG-Themen in wirkungsvolles Storytelling zu übersetzen — genau der Blickwinkel, den es braucht, um aus einem Nachhaltigkeitsbericht Kommunikation zu machen, die wirkt.

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Thomas Stenitzer
Digitalisierung & Nachhaltigkeit


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