Kleine Parks am Straßenrand

Unsere Tischler und Architekten befinden sich gerade mitten in der Umsetzung der Parklets. Entscheidende Rolle dabei hat auch M. Hechenblaickner Holzhandels GmbH, die durch ihr Material – der Accoya – für besonders langlebige Endprodukte sorgen.

Innovation | 05. Mai 2021
"Accoya" das Material aus dem die Parklets entstehen. Dabei handelt es sich um die Kiefernart Pinus Radiata, ein schnellwachsender Baum aus Neuseeland, der durch ein besonderes Druckimprägnierungsverfahren die höchste Haltbarkeitsklasse erreicht und sich für Anwendung im Außenbereich eignet. Details zum Holz verrät Peter Szapacs vom Holzhandelsunternehmen Hechenblaickner.

Herr Szapacs, man hätte auch sagen können: Nehmen wir doch heimische Lärche für die Parklets.
Szapacs: Klar hätte man das. Sie stehen möglicherweise nur einen Monat und müssen das Kriterium Dauerhaftigkeit nicht erfüllen. Nachhaltiges Bauen bedeutet aber auch, genau zu überlegen, welches Holz für welchen Einsatz geeignet ist. Und hier schneidet Accoya am besten ab. In den Niederlanden gab es zwei Versuche an einer Kanalauskleidung, das acetylierte Holz zeigte nach 15 bzw. 20 Jahren im Vergleich zum unbehandelten keine Anzeichen von Verrottung und keine Erscheinungen von Zerfall oder Schäden durch holzzerstörende Pilze. Nicht umsonst gibt es für Accoya-Holz eine Garantiezeit von 25 Jahren bzw. ohne direktem Wasserkontakt und außerhalb von Bodennähe von 50 Jahren – bei einer Lärche (bodennah verbaut, Anm.) sind es im Schnitt nur fünf bis zehn Jahre. Gerade im Außenbereich macht es einen Unterschied, ob Holz zehn oder 30 Jahre hält. Accoya ist FSC®- und Cradle to Cradle mit Gold zertified™ und das einzige Baumaterial der Welt, das die C2C Platin-Zertifizierung für Materialgesundheit erreicht. Wenn wir über Nachhaltigkeit reden, müssen wir auch Aspekte wie diese einfließen lassen und nicht nur auf den kürzesten Transportweg achten.

Was genau ist Accoya?
Accoya ist zunächst der Markenname, dahinter steckt die Pinus Radiata, die mit Essigsäure, also einem Naturprodukt, chemisch modifiziert ist. An dieser Art der Modifizierung von Holz wurde schon vor hundert Jahren experimentiert, in den 1970er-Jahren hat man das Acetylierungsverfahren entwickelt, bei dem über dem Prinzip der Druckimprägnierung das Holz beständig gemacht wurde. Nur eben nicht mit den giftigen Chemikalien von früher, sondern mit Essigsäureanhydrid, dessen Nebenprodukt, die Essigsäure, durch Destillation gereinigt und wiederverwendet werden kann. Die Pinus Radiata stammt ursprünlich aus der Monterey-Bucht in Kalifornien und wird heute auf rund sechs Millionen Hektar weltweit angebaut, es ist ein typischer Baum, der in der nachhaltigen Waldwirtschaft eingesetzt wird.

Würde der Baum auch in Österreich wachsen?
Das wurde noch nicht versucht. Fakt ist, dass auch wir uns klimawandelbedingt nach Alternativen umsehen müssen. Unsere Fichte konnte ja auch nur zum „Brotbaum“ der heimischen Holzwirtschaft werden, weil man schon sehr früh in Österreichs Waldwirtschaft nachhaltig dachte. Die Fichte war zunächst die einzige Ressource für Feuer- und Heizmittel, um sie zu erhalten, wurde sie im Rahmen einer Wiederaufforstung vor etwa 200 Jahren großflächig und in gleichaltrigen Beständen angesetzt. Später wurde dem Wald Nutzholz auch für bauliche Zwecke entnommen. Während außerhalb Europas eher auf Kiefernarten zurückgegriffen wird, können wir bis heute sehr gut von der Fichte leben. Diesen Nachhaltigkeitsgedanken gilt es, nicht abreißen zu lassen.

Für diese spezielle Druckimprägnierung des Holzes gibt es nur ein Werk, das ist in den Niederlanden. Warum macht man das nicht mit der Fichte in Österreich?
Es wurde versucht, doch Fichte ist dafür zu astig. Funktionieren würde es jedoch mit der Erle, der Pappel oder der Buche. Doch dann hat man das Problem, dass für einen metalokalen Markt nicht genügend Menge vorhanden wäre. Bislang war die Nachfrage nach acetyliertem Holz eher gering, zuletzt hat man sich, was strapazierfähiges Holz im Außenbereich betrifft, eher an Tropenhölzer gehalten. Doch es findet bereits ein Umdenken statt.

Wo ist Accoya bei uns im Einsatz?
Die pinke Fassade der Martin-Auer-Filiale am Kaiser-Josef-Platz ist aus Accoya sowie die begehbaren Holzflächen wie auch die Liegeflächen des „Lebensraums Mur“ bei der Seifenfabrik. Weil das Holz so beständig ist, schiefert es auch nicht. Optimal also für Decks und Plattformen in Parks oder dort, wo Kinder spielen und man barfuß die eigene Terrasse begehen möchte. Accoya ist auch wartungsärmer bei deckenden Oberflächenbeschichtungen, eine Nachbehandlung sollte nur alle sieben bis zehn statt drei bis vier Jahre erfolgen.

Text: Daniela Müller
Bilder: Daniela Schmid/ Holzcluster Steiermark

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